Immobilienkalkulation: So kalkuliert man eine Wohnimmobilie richtig!

Wer vor dem Kauf einer Renditeimmobilie als Kapitalanlage steht, ist bei der Entscheidungsfindung vorab in aller Regel auf eine detaillierte Immobilienkalkulation angewiesen. Wie viel Rendite eine Immobilie letztlich abwirft, ist dabei jedoch grundsätzlich immer von mehreren Faktoren abhängig. Im nachfolgenden Beitrag erfahren Sie, wie man von einer anfänglichen, überschlägigen Immobilienkalkulation zu einer detaillierten und aussagekräftigen Renditeberechnung kommt und somit jedes Renditeobjekt zuverlässig bewerten kann.

Immobilienkalkulation: So kalkuliert man eine Wohnimmobilie richtig!
Die Immobilienkalkulation und Renditeberechnung gibt Aufschluss darüber, ob sich eine Immobilie als Kapitalanlage lohnt.

Was bedeutet Rendite?

Die Rendite ist der Ertrag einer Kapitalanlage, der innerhalb eines Jahres erzielt wird, bezogen auf den jeweiligen Kapitaleinsatz des Anlegers. Aus diesem Grund ist die Rendite ein wichtiger und grundlegender Aspekt zur Erfolgsmessung und Bewertung einer Kapitalanlage. Die Rendite wird grundsätzlich in Prozent angegeben und bezieht sich dabei immer auf das eingesetzte Kapital.

Überschlägige Immobilienkalkulation: Erste Objekte filtern

Wer auf der Suche nach einer geeigneten Immobilie als Kapitalanlage ist, beginnt mit der Immobiliensuche im Regelfall immer zuerst in diversen, gängigen Immobilienportalen. Aufgrund des jedoch dort oft enorm vorherrschenden Angebots, würde es mitunter viel Zeit in Anspruch nehmen, jede Anzeige einzeln bis ins Detail zu überprüfen.

Um jedoch möglichst schnell potenzielle Renditeimmobilien herausfiltern zu können, bietet sich dabei erst einmal eine überschlägige Immobilienkalkulation an. Man bekommt so einen ersten Eindruck und kann die Vielzahl an Suchergebnisse in kürzester Zeit filtern. Für eine überschlägige Immobilienkalkulation geht man dabei wie folgt vor:

Ermittlung der Anschaffungskosten

Die Anschaffungskosten ergeben sich prinzipiell aus dem Kaufpreis der Immobilie und allen dazugehörigen Kaufnebenkosten wie: Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten und der Maklerprovision. Da sowohl die Grunderwerbsteuer (abhängig vom jeweiligen Bundesland) als auch die Maklerprovision je nach Standort grundsätzlich abweichen können, werden dafür in der nachfolgenden Beispielrechnung reale Annahmen getroffen.

Sind Immobilienkäufer, bezogen auf das Einschätzen von eventuellen Bauschäden oder allgemeiner Baukonstruktionen nicht zufällig Bauingenieur oder Architekt vom Beruf, empfiehlt es sich an dieser Stelle auch einen Gutachter in den Kaufprozess mit einzubeziehen. So kann die Bausubstanz neutral bewertet und ein möglicher Renovierungsbedarf fachgerecht eingeschätzt werden. Die Kosten für ein solches Gutachten belaufen sich je nach Aufwand und Größe des Objektes auf ca. 500 bis 1500 Euro.

Anschaffungskosten für die erste überschlägige Immobilienkalkulation

RanddatenErgebnis
Kaufpreis200.000 Euro
Grunderwerbsteuer (3,5% bis 6,5% vom Kaufpreis)10.000 Euro (Annahme: 5%)
Maklerprovision (bis zu 7,14% vom Kaufpreis)10.000 Euro (Annahme: 5%)
Notar- und Grundbuchkosten (ca. 2% vom Kaufpreis)4.000 Euro
Ggf. Immobiliengutachten1.500 Euro
Anschaffungskosten gesamt229.780 Euro

Ermittlung der Jahresnettokaltmiete

Hat man alle Anschaffungskosten zusammengerechnet, benötigt man im zweiten Schritt die jährliche Nettokaltmiete, die von der Immobilie jedes Jahr erwirtschaftet wird. Die laufenden Betriebs- und Nebenkosten können bei der Immobilienkalkulation im Regelfall vernachlässigt werden. Sie stellen im Grunde nur einen durchlaufenden Posten dar und haben letztlich keinen direkten Einfluss auf die Rendite. Es sei denn, die Immobilie weist einen kurz- oder längerfristigen Leerstand auf. In solchen Fällen wird jedoch grundsätzlich immer ein entsprechendes Mietausfallwagnis einkalkuliert. Dazu später mehr.

Wie kommt man jedoch an die Jahresnettomiete, wenn die Immobilie unbewohnt ist oder es vom Verkäufer dazu keine weiteren Angaben gibt? In diesem Fall ist die Jahreskaltmiete aus anderen Quellen abzuleiten. Städte und Gemeinden stellen dazu in regelmäßigen Abständen sogenannte Mietspiegel auf. An diesen Werten kann man sich bei der Immobilienkalkulation grundsätzlich orientieren. Aber auch Auskünfte einer Mietdatenbank oder das Gutachten eines Sachverständigen können dabei im Regelfall als zuverlässige Informationsquelle dienen.

Liegt ein entsprechender Wert aus dem Mietspiegel oder ähnlichem vor, ergibt sich die Jahreskaltmiete dabei wie folgt:

Jahreskaltmiete [Euro] = Vermietbare Wohnfläche der gesamten Immobilie [m²] x Mietpreis je Quadratmeter [Euro/m²] x 12 Monate

Beispielrechnung: Überschlägige Immobilienkalkulation

ParameterErgebnis
Anschaffungskosten (Kaufpreis + Nebenkosten)229.780 Euro
Vermietbare Wohnfläche180,00 m²
Vermietbare Wohnfläche10,00 Euro/m²
Jahresnettokaltmiete (180,00 m² x 10,00 Euro/m² x 12 Monate)21.600 Euro
Überschlägige Rendite pro Jahr (21.600 €/a / 229.780,00 €)9,4 Prozent

Durch die überschlägige Immobilienkalkulation lässt sich in kürzester Zeit ein erster Wert für die Rendite der Immobilie als Kapitalanlage berechnen. Dieser Wert lässt dabei eine erste Einschätzung der Rentabilität der Immobilie zu. Allerdings ist diese Berechnung noch relativ grob. Es fehlen dabei noch weitere wichtige Faktoren wie beispielsweise die Berücksichtigung von regelmäßigen Instandsetzungen.

Immobilienkalkulation unter Berücksichtigung der Instandhaltungs- und Verwaltungskosten

Ein guter Immobilieninvestor weiß, dass sowohl einmalige Instandsetzungen als auch fortlaufende Instandhaltungs- und Reparaturmaßnahmen eine erste überschlägige Immobilienkalkulation und Renditeberechnung erheblich nach unten korrigieren können. Eigentümer sind grundsätzlich dazu verpflichtet, eine vermietete Immobilie dauerhaft in einem gebrauchsfähigen Zustand zu halten. Wie hoch die jährlichen Kosten für Instandhaltung dabei jedoch ausfallen, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Handelt es sich um einen Neu- oder Altbau?
  • Steht die Immobilie unter Denkmalschutz?
  • Wann wurden welche Bauteile erneuert?
  • Wurden regelmäßig Instandhaltungen und Wartungen durchgeführt oder befindet sich die Immobilie in einem Reparaturstau?

Es ist grundsätzlich ein großer Unterschied, ob man entweder einen Altbau mit einer bereits 20 Jahre alten Heizungsanlage oder eine erst kürzlich vollständig sanierte Immobilie oder gar einen Neubau erwirbt. In der Praxis haben sich für die Immobilienkalkulation, Instandhaltungsrücklagen zwischen 10 und 15 Euro je Quadratmeter Wohnfläche pro Jahr bewährt. Bei einem Altbau mit beispielsweise 300 Quadratmeter Wohnfläche sollte man sich als Eigentümer also grundsätzlich 15 Euro je Quadratmeter pro Jahr x 300 Quadratmeter Wohnfläche = 4.500 Euro pro Jahr für zukünftige Instandsetzungen zurücklegen. 

Neben den jährlichen Instandhaltungskosten sollten bei der Immobilienkalkulation, sofern man die Immobilie nicht eigenverantwortlich verwaltet, auch immer die Verwaltungskosten berücksichtigt werden. Da die Kosten dafür jedoch nicht auf den Mieter umlegbar sind, fallen diese grundsätzlich dem Vermieter zur Last. Für die laufenden Verwaltungskosten kann dabei im Regelfall ein Wert von 25 Euro je Wohnung pro Monat angesetzt werden. Bei einem Mehrfamilienhaus mit beispielsweise sechs Parteien, ergeben sich für den Vermieter dabei zusätzliche Kosten in Höhe von 1.800 Euro pro Jahr.

Beispielrechnung: Immobilienkalkulation unter Berücksichtigung der Instandhaltungs- und Verwaltungskosten

ParameterErgebnis
AnschaffungskostenAnschaffungskosten 229.780 Euro
Einmalige Instandsetzungen20.000 Euro
Erweitere Anschaffungskosten249.780 Euro
Kosten für Instandhaltung p.a. (12,00 €/m²Wfl. pro Jahr x 180,00 m²Wfl.)2.160 Euro
Verwaltungskosten p.a. (25 €/Wohnung pro Monat x 6 Wohneinheiten x 12 Monate)1.800 Euro
Jahresnettokaltmiete21.600 Euro
Jahresnettokaltmiete abzgl. aller Kosten (21.600 Euro – 2.160 Euro – 1.800 Euro)17.640 Euro
Rendite p.a. Neu (17.640 Euro / 249.780 Euro)7,06 Prozent

Diese Immobilienkalkulation und die damit berechnete detailliertere Rendite ist schon einiges genauer als die erste überschlägige Immobilienkalkulation. Aufgrund der nicht umlegbaren Kosten für Instandsetzung und Verwaltung, hat sich der Wert dabei um 2,34 Prozentpunkte nach unten korrigiert.

Immobilienkalkulation unter Berücksichtigung des Mietausfallwagnisses

Das sogenannte Mietausfallwagnis ist ein wichtiger Bestandteil bei der Immobilienkalkulation. Es stellt im Grunde den prozentualen Anteil der Mieteinnahmen dar, bei dem der Eigentümer davon ausgeht, dass er diesen Teil nicht ausgezahlt bekommt. Das Mietausfallwagnis gleicht demzufolge einem kalkulierten Risiko einer Minderung des Mietertrags durch eventuelle Mietausfälle. Die Gründe für etwaige Mietausfälle können dabei zum Teil sehr unterschiedlich sein. Zum Beispiel:

  • Kurzfristiger Leerstand einer Wohnung.
  • Die Wohnung wurde frei gezogen, kann aber aufgrund noch ausstehender Schönheitsreparaturen oder Renovierungsarbeiten nicht direkt weitervermietet werden.
  • Der Mieter setzt eine rechtsgültige temporäre Mietminderung aufgrund von Mängeln an der Mietsache durch.
  • Der Mieter kann die Miete aufgrund einer Zahlungsunfähigkeit nicht mehr bezahlen und muss letztlich aus der Wohnung im Zuge einer Räumungsklage geklagt werden.

Der allgemeine Richtwert für das Mietausfallwagnis bewegt sich dabei im Regelfall zwischen 2 Prozent bis 5 Prozent der Bruttomieteinnahmen (Kaltmiete + Nebenkosten).

Für Wohnimmobilien wird aufgrund einer eher geringeren Fluktuation gegenüber Gewerbeimmobilien im Regelfall mit einem Wert von 2 Prozent für das Mietausfallwagnis kalkuliert. Gewerbeimmobilien unterliegen oft einem größeren Durchlauf von Mietern und sollten daher mit einem auf der sicheren Seite liegenden Wert von bis zu 5 Prozent kalkuliert werden. Für die Kalkulation bedeutet das, dass die Mietsache bei einem Mietausfallwagnis von 2 Prozent, theoretisch 2 von 100 Monaten leer steht und nur 2 von 100 Mieten erzielt werden.

Je besser die Lage und der Zustand einer Immobilie ist, desto geringer sollte auch das entsprechende Mietausfallwagnis einkalkuliert werden. Ist eine Immobilie hingegen in einem reparaturbedürftigen Zustand und befindet sich an einem Standort mit einer eher unterdurchschnittlichen Infrastruktur, kann das Mietausfallwagnis für die Immobilienkalkulation auch entsprechend höher angesetzt werden.

Beispielrechnung: Immobilienkalkulation unter Berücksichtigung des Mietausfallwagnisses

ParameterErgebnis
Erweitere Anschaffungskosten249.780 Euro
Kosten für Instandhaltung p.a. (12,00 €/m²Wfl. pro Jahr x 180,00 m²Wfl.)2.160 Euro
Verwaltungskosten p.a. (25 €/Wohnung pro Monat x 6 Wohneinheiten x 12 Monate)1.800 Euro
Mietausfallwagnis: 2 Prozent der Bruttojahresmiete (Annahme: 25.000 Euro)500 Euro
Jahresnettokaltmiete21.600 Euro
Jahresnettokaltmiete abzgl. jährlicher Kosten (21.600 Euro – 2.160 Euro – 1.800 Euro -500 Euro)17.140 Euro
Rendite pro Jahr Neu (17.140 / 249.780)6,82 Prozent

Die Immobilienkalkulation unter Berücksichtigung des Mietausfallwagnisses ergibt noch einmal ein genaueres Ergebnis der tatsächlichen Mietrendite. Der Wert für die Rendite hat sich dabei um noch einmal 0,24 Prozentpunkte auf 6,82 Prozent nach unten korrigiert.

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Vervielfältiger: Was ist das und wie berechnet man die Rendite damit?

Der sogenannte Vervielfältiger definiert, wie viele Jahre es insgesamt dauert, bis das ursprünglich eingesetzte Kapital wieder durch die Kapitalanlage erwirtschaftet wird. Der Vervielfältiger sagt also im Grunde etwas über den Wert der Immobilie aus. Die Berechnung sieht dabei wie folgt aus:

ParameterErgebnis
Erweiterte Anschaffungskosten249.780 Euro
Jahresnettokaltmiete abzgl. aller Kosten17.140 Euro
Vervielfältiger (249.780 Euro / 17.140 Euro)14,57 Jahre

Die Renditeimmobilie gleicht die erweiterten Anschaffungskosten mit den oben kalkulierten Mieteinnahmen (abzgl. aller Kosten) bei dieser Beispielrechnung in 14,57 Jahren wieder aus. Der Vervielfältiger beschreibt dabei zusätzlich auch den Zusammenhang zwischen Bauqualität und Lage einer Immobilie. Ein hoher Vervielfältiger bedeutet meist eine sehr gute Lage und eine hohe Bauqualität. Während ein niedrigerer Vervielfältiger folglich oft das Gegenteil bedeutet. In Metropolen hat man daher im Regelfall eher hohe Vervielfältiger und demzufolge auch niedrigere Renditen.

Bildet man anschließend den Kehrwert des Vervielfältigers, kann man damit alternativ auch die Rendite der Immobilie berechnen. Ein Vervielfältiger von beispielsweise zehn entspricht demzufolge einer Rendite von 10 Prozent.

VervielfältigerRendite
254,00 Prozent
205,00 Prozent
156,67 Prozent
1010,00 Prozent
520,00 Prozent

Eine kleinere Rendite verspricht dafür oft auch ein geringeres Risiko für Mietausfälle. Geringe Risiken lassen zusätzlich auf eine gute Lage und eine hohe Qualität der Immobilie schließen. Daraus resultiert in den meisten Fällen jedoch ein sehr hoher Kaufpreis. Folglich ist das Risiko in schlechteren Lagen höher und die Rendite demzufolge besser. Eine hohe Rendite bedeutet also immer ein höheres Risiko und umgekehrt.

Eigenkapitalrendite: Einer der wichtigsten Faktoren der Immobilienkalkulation

Die Eigenkapitalrendite beschreibt die jährliche Verzinsung des selbst eingesetzten Kapitals zur Finanzierung einer Immobilie. Bezahlt man eine Immobilie beispielsweise zu 100 Prozent aus Eigenkapital, entspricht die Eigenkapitalrendite dabei 1:1 der vorher berechneten Mietrendite. Wird jedoch zusätzlich ein Darlehen zur Baufinanzierung aufgenommen, so hat das einen enormen Einfluss auf die entsprechende Rendite des eingesetzten Eigenkapitals. Zum Beispiel:

ParameterErgebnis
Erweiterte Anschaffungskosten249.780 Euro
20% Eigenkapital49.956 Euro
80% Darlehen mit 2 Prozent Zinsen p.a.199.824 Euro
Darlehenszinsen p.a. (2 Prozent x 199.824 Euro)3.996,48 Euro (Achtung: Die Zinskosten wurden für die Berechnung verallgemeinert. Nach jeder Tilgungsrate reduziert sich der entsprechende Zinsanteil)
Jahresnettokaltmiete abzgl. aller Kosten (21.600 Euro – 2.160 Euro – 1.800 Euro – 500 Euro – 3.996,48 Euro)13.143,52 Euro
Eigenkapitalrendite pro Jahr (13.143,52 Euro / 49.956 Euro)26,31 Prozent

Durch den Einbezug eines Darlehens von anteilig 80 Prozent, hat sich die Rendite auf das Eigenkapital fast vervierfacht! Die Eigenkapitalrendite steigt somit von ursprünglich 6,82 Prozent (ohne Baufinanzierung) auf insgesamt 26,31 Prozent an. Das ergibt einen Vervielfältiger von 3,8. Das Eigenkapital wird also in knapp 3,8 Jahren durch diesen Hebeleffekt wieder erwirtschaftet. Je höher also der Anteil der Finanzierung ist, desto höher ist letztlich auch die Rendite des Eigenkapitals.

Hinweis:

Die Tilgungsraten wurden bei der Berechnung nicht weiter berücksichtigt. Sie stellen indirekt keine Kosten dar. Durch die Tilgung wird das Vermögen lediglich verschoben und nicht gemindert. Die anteiligen Zinskosten verschieben sich im Laufe der Zeit und reduzieren sich nach jeder Tilgungsrate. Bedeutet, dass die Rendite grundsätzlich kontinuierlich steigt, solange wie das Darlehen läuft.

Nachsteuerrendite, was bleibt am Ende übrig?

Die zuvor berechnete Rendite ist jedoch immer noch kein endgültiger Wert. Auf das Einkommen aus Vermietung & Verpachtung müssen Eigentümer in Deutschland grundsätzlich noch Steuern zahlen. Diese hängen jedoch prinzipiell vom individuellen Einkommenssteuersatz ab. Gegen die zu versteuernden Mieteinnahmen können Eigentümer in der Steuererklärung jedoch zusätzlich einige Kosten zu ihren Gunsten ansetzen und somit die Steuerlast effektiv mindern.

Beispielrechnung: Nachsteuerrendite ohne Baufinanzierung

ParameterErgebnis
Jahresnettokaltmiete (ohne Abzüge)21.600 Euro
Abzgl. Abschreibung für Abnutzung (AfA) des Kaufpreises– 3.400 Euro
Abzgl. Abschreibung für Abnutzung (AfA) der Hausnebenkosten– 506,26 Euro
Abzgl. Zinskosten0 Euro (da keine Baufinanzierung)
Abzgl. Verwaltungskosten– 1.800 Euro
Abzgl. Reparatur- und Instandsetzungsmaßnahmen– 3.000 Euro
Abzgl. Sonstiges (Leerstand, Wohnungsanzeigen, Möbilierung, Kontoführungsgebühren, Fahrtkosten etc.)– 1.000 Euro
Jahresnettokaltmiete abzgl. Absetzbare Kosten = Zu versteuerndes Einkommen11.893,74 Euro
Individueller Einkommensteuersatz30 Prozent
Zu zahlender Steuerbetrag3.568,12 Euro
Jahresnettokaltmiete abzgl. aller Kosten abzgl. Steuerbetrag (21.600 Euro – 2.160 Euro – 1.800 Euro – 500 Euro – 3.568,12 Euro)13.571,88 Euro
Nachsteuerrendite auf Eigenkapital (13.571,88 Euro / 249.780 Euro)5,43 Prozent

Die Abschreibung für Abnutzung (AfA) bezieht sich dabei grundsätzlich immer prozentual auf den Kaufpreis (abzgl. Bodenwert). Steht das Gebäude unter Denkmalschutz oder wurde vor dem Jahre 1925 gebaut, kann der Eigentümer hierbei mit erhöhten Abschreibungssätzen rechnen. Für die Beispielrechnung wurde von einem Gebäude Baujahr 1980 ausgegangen (AfA: 2 Prozent pro Jahr) und einem Bodenwert von insgesamt 30.000 Euro. Dabei ergibt sich folgende Berechnung:

Abschreibung für Abnutzung (AfA) des Kaufpreises = 2 Prozent pro Jahr x (200.000 Euro – 30.000 Euro) = 3.400 Euro pro Jahr

Die Nebenkosten, die beim Kauf der Immobilie anfallen, können grundsätzlich auch über die Abschreibung für Abnutzung (AfA) von der Steuer abgeschrieben werden. Diese beziehen sich jedoch immer nur auf den anteiligen Gebäudewert. Bedeutet, dass der Gebäudewert prozentual aus dem Kaufpreis ermittelt werden muss. Dabei ergibt sich folgende Berechnung:

Abschreibung für Abnutzung (AfA) der Hausnebenkosten = 2 Prozent pro Jahr x 29.780 Euro x ((200.000 Euro – 30.000 Euro) / 200.000 Euro)) = 506,26 Euro

Die vorgenannten Faktoren sind jedoch für jede Immobilie individuell. Die vorangegangene Berechnung dient aus diesem Grund nur der Veranschaulichung. Jeder Immobilieneigentümer sollte sich im Grunde nur dessen bewusst sein, dass er auf die erwirtschafteten Mieteinnahmen noch zusätzlich Steuern zahlen muss. 

Beispielrechnung: Nachsteuerrendite mit Baufinanzierung

ParameterErgebnis
Jahresnettokaltmiete (ohne Abzüge)21.600 Euro
Abzgl. Abschreibung für Abnutzung (AfA) des Kaufpreises– 3.400 Euro
Abzgl. Abschreibung für Abnutzung (AfA) der Hausnebenkosten– 506,26 Euro
Abzgl. Zinskosten– 3.996,48 Euro (Achtung: Die Zinskosten wurden für die Berechnung verallgemeinert. Nach jeder Tilgungsrate reduziert sich der entsprechende Zinsanteil)
Abzgl. Verwaltungskosten– 1.800 Euro
Abzgl. Reparatur- und Instandsetzungsmaßnahmen– 3.000 Euro
Abzgl. Sonstiges (Leerstand, Wohnungsanzeigen, Möbilierung, Kontoführungsgebühren, Fahrtkosten etc.)– 1.000 Euro
Jahresnettokaltmiete abzgl. Absetzbare Kosten = Zu versteuerndes Einkommen7.897,26 Euro
Individueller Einkommensteuersatz30 Prozent
Zu zahlender Steuerbetrag2.369,19 Euro
Jahresnettokaltmiete abzgl. aller Kosten abzgl. Steuerbetrag (21.600 Euro – 2.160 Euro – 1.800 Euro – 500 Euro – 3.996,48 Euro – 2.369,19 Euro)10.774,33 Euro
Nachsteuerrendite auf Eigenkapital (10.774,33 Euro / 49.956 Euro)21,57 Prozent

Wie wirken sich Veräußerungsgewinne auf die Immobilienkalkulation aus?

Durch einen Gewinn bei der Veräußerung einer Immobilie kann sich die Rendite daraufhin noch einmal erheblich verbessern. Der Gewinn aus einem Immobiliengeschäft ist grundsätzlich immer dann steuerfrei, wenn die Immobilie mindestens 10 Jahre im Privatbesitz gehalten wurde (siehe Spekulationssteuer). Bei Anschaffungskosten in Höhe von 500.000 Euro und einem späteren Erlös von beispielsweise 550.000 Euro ergibt sich dabei ein Reingewinn von 50.000 Euro. Dieser ist dann anteilig auf die vergangenen Jahre runter zu rechnen und maximiert somit noch einmal die absolute Rendite.

Fazit zur Immobilienkalkulation

Um eine detaillierte Immobilienkalkulation und Renditeberechnung durchführen zu können, müssen dabei immer mehrere Faktoren berücksichtigt werden. Für eine erste überschlägige Immobilienkalkulation reicht zuerst der Kaufpreis und die jährlich erwirtschaftete Nettokaltmiete aus. Für genauere Werte sind anschließend zusätzliche Kosten für Instandsetzung, Instandhaltung, Verwaltung und Mietausfallwagnis hinzuzurechnen. Empfehlenswert ist an dieser Stelle immer eine zusätzliche Finanzierung über ein Bankdarlehen. Dabei empfiehlt sich im Regelfall der Abschluss eines Annuitätendarlehens.

Durch den Einsatz von Fremdkapital kann sich die Eigenkapitalrendite oft vervielfachen. Bei dieser Variante fallen zwar Darlehenszinsen an, diese können jedoch von der Steuer abgeschrieben werden. Am Ende soll sich eine Investition immer schnellst möglichst amortisieren. Durch diese Hebelwirkung können Renditen erwirtschaftet werden, die vergleichbare Kapitalanlagen um Längen schlagen!

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